Heute begleitet uns eine Journalistin für einen Radiobeitrag bei unserem Rotmilan-Monitoring. Im Mittelpunkt steht die Kontrolle der bekannten Horstbäume in unserem Projektgebiet – eine wichtige Grundlage, um den Bruterfolg dieser geschützten Greifvogelart zu dokumentieren und ihren Lebensraum gezielt zu sichern.
Auch wenn wir mittlerweile viele Horste mit Kameras ausgestattet haben, werden nicht alle tatsächlich von Rotmilanen genutzt. Ein aktuelles Beispiel ist unser besendertes Rotmilanpaar Sieglinde und Siegfried: Zunächst suchten sie ihren Horst aus dem vergangenen Jahr auf, wurden dort jedoch von Waldkäuzen verdrängt. Anschließend wechselten sie in einen alternativen Horst, den wir ebenfalls mit einer Kamera ausgestattet haben. Doch auch dieser Standort wurde inzwischen wieder aufgegeben.
Aktuell hält sich das Paar in einem Nadelholzbestand auf, wo wir beide Tiere über uns kreisen sehen können. Dank der Besenderung sind wir in der Lage, ihre Aufenthaltsorte präzise nachzuvollziehen. Dies ermöglicht es uns, neue Horststandorte zu entdecken und Schutzmaßnahmen gezielt anzupassen und zu verbessern.
Gerade dort, wo keine Kameratechnik installiert ist, bleibt der direkte Blick in die Horste oft eine Herausforderung. In solchen Fällen sind unsere Mitarbeitenden der Biologischen Station gefragt, die mit großem Einsatz auch Kletterarbeiten durchführen, um den Brutstatus zu überprüfen.