Schwarzspecht

LIFE NRW Treffen 2026

Fachlicher Austausch und Exkursionen rund ums Grünland

Teilnehmende des diesjährigen LIFE-NRW-Treffens im Siegerland.

Begrüßung und Aktuelles auf dem LIFE-Programm und zur
Wiederherstellungs-Verordnung – Georg Keggenhoff, Lia Uhde (MUNV NRW)

Vortrag: Grünland im Wandel der Zeit: Historische Nutzung im Siegerland und 
Westerwald – Dr. Dominik Schüßler (LIFE4Siegerlandscapes)

Vortrag: Netzwerk Ameisenbläulinge im Kreis Siegen-Wittgenstein: Maßnahmen und Best-practice – Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras (Biologische Station SiegenWittgenstein)

Vortrag: 10 Jahre Transektmonitoring in Luxemburg - dem Blauschillernden Feuerfalter auf der Spur & LIFE ArdennEislek - ein grenzüberschreitendes Projekt – Kevin Jans (LIFE ArdennEislek)

Vortrag: Erkenntnisse aus dem Scheckenfalter-Schutz: Nachzucht, Flächenvorbereitung 
und erste Re-Etablierung – Marietta Schmitz (LIFE helle Eifeltäler)

Vortrag: Grünlandrenaturierung: Aus der Praxis und Wissenschaft – Dr. Simone 
Schneider (SICONA Naturschutzsyndikat)

Exkursion in das FFH-Gebiet Gernsdorfer Weidekämpe

Exkursion in das FFH-Gebiet Gernsdorfer Weidekämpe: orchideenreichen Wiesen

Exkursion in das das FFH-Gebiet "Buchheller-Quellgebiet"

Exkursion in das das FFH-Gebiet "Buchheller-Quellgebiet"

Am 25. und 26. Juni fand das diesjährige Treffen von LIFE NRW in Kombination mit einem Grünland-Workshop im Siegerland statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Projekt LIFE4Siegerlandscapes, das sich für den Erhalt und die Wiederherstellung wertvoller Offenlandlebensräume in der Region einsetzt. Trotz hochsommerlicher Temperaturen boten die beiden Veranstaltungstage spannende Einblicke in aktuelle Naturschutzthemen, erfolgreiche Renaturierungsmaßnahmen und den Schutz seltener Arten.

Der erste Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen des fachlichen Austauschs. In verschiedenen Vorträgen wurden unterschiedliche Aspekte des Extensivgrünlands beleuchtet. Gäste aus Belgien und Luxemburg brachten internationale Erfahrungen und Perspektiven ein. Im Mittelpunkt standen die Renaturierung und Wiederherstellung von Grünlandlebensräumen sowie die historische Grünlandnutzung im Siegerland und Westerwald. Darüber hinaus wurden Maßnahmen zum Schutz seltener Tagfalterarten vorgestellt, darunter die beiden Wiesenknopf-Ameisenbläulinge, der Goldene Scheckenfalter und der Blauschillernde Feuerfalter. Außerdem erhielten die Teilnehmenden Einblicke in das neue Naturschutzprojekt LIFE ArdennEislek.

Ein wichtiger Diskussionsschwerpunkt war die Bedeutung von Wechselbrachen für den Insekten- und Wiesenbrüterschutz. Besonders hervorgehoben wurde ihre Rolle als Rückzugs- und Entwicklungsräume für zahlreiche Insektenarten sowie gefährdete Tagfalter, die auf strukturreiche Grünlandlandschaften angewiesen sind.

Am Nachmittag führte eine Exkursion in das FFH-Gebiet Gernsdorfer Weidekämpe. Dort erkundeten die Teilnehmenden die arten- und orchideenreichen Wiesen und informierten sich über die Bedeutung einer angepassten Nutzung und Pflege dieser wertvollen Lebensräume.

Der zweite Veranstaltungstag stand ganz im Zeichen praktischer Naturschutzmaßnahmen in der Gebietskulisse von LIFE4Siegerlandscapes. Erste Station war das FFH-Gebiet Buchhellerquellgebiet, in dem in den vergangenen Jahren umfangreiche Maßnahmen zur Wiederherstellung von Grünland umgesetzt wurden. Besonderes Interesse galt der Wiederansiedlung des Goldenen Scheckenfalters, die dort seit zwei Jahren läuft. Die Teilnehmenden konnten die ersten Eigelege dieser seltenen Art beobachten – ein vielversprechendes Zeichen für den Erfolg der bisherigen Maßnahmen. Darüber hinaus wurden mehrere Braunkehlchen gesichtet, die von den aufgewerteten Lebensräumen profitieren.

Am Nachmittag führte die Exkursion weiter in das Naturschutzgebiet Mückewiese. Auch hier wurden in den vergangenen Jahren durch gezielte Entbuschungsmaßnahmen ehemals verbrachte Flächen wieder in artenreiches Grünland umgewandelt. Vor Ort wurde deutlich, welchen positiven Einfluss solche Maßnahmen auf die biologische Vielfalt haben können.

Die hohen Temperaturen stellten an beiden Tagen zwar eine Herausforderung dar, doch dank der guten Organisation mit ausreichend kalten Getränken und Eis konnten die Teilnehmenden die Exkursionen und Diskussionen genießen. Ein besonderes Highlight war die Mittagspause in der Alten Mühle in Lippe mit hausgemachter Pizza. Ein herzlicher Dank gilt dem Heimatverein Lippe für die Möglichkeit, die Alte Mühle zu nutzen.

Insgesamt boten die beiden Tage eine gelungene Mischung aus fachlichem Austausch, praktischen Einblicken in die Naturschutzarbeit und angeregten Diskussionen. Die Veranstaltung verdeutlichte die Bedeutung extensiv genutzter Grünlandflächen für den Erhalt der Artenvielfalt und zeigte, wie erfolgreiche Naturschutzprojekte zur langfristigen Sicherung dieser wertvollen Lebensräume beitragen können.