Schwarzspecht

LIFE NRW Treffen Aachen

LIFE NRW Treffen Aachen organisiert von der Naturschutzstation NABU Aachen

Blüh-Versuchsstreifen des LIBA-Projekts im NSG Schneeberg

Blüh-Versuchsstreifen des LIBA-Projekts im NSG Schneeberg

Obstwiese bei Orsbach

Zur Beweidung eingesetzten Schafe auf einer Obstwiese bei Orsbach

Ausgetrocknetes Flachgewässer in der Horbacher Börde

NSG Indetal 

Gelbbauchunke

Künstlich angelegtes Flachgewässer im NSG Steinbruch

Geburtshelferkröte

Am 26. und 27. Juni fand das LIFE-NRW-Treffen in Aachen statt. Organisiert wurde es von der Naturschutzstation NABU Aachen und unterstützt vom LIFE-Projekt „Atlantische Sandlandschaften“. Im Mittelpunkt standen informative Vorträge zu verschiedenen LIFE-Projekten sowie Exkursionen zu Maßnahmenflächen der Naturschutzstation NABU Aachen im Dreiländereck.

Vorgestellt wurden unter anderem das LIFE-Projekt „BOVAR“, das sich der Verbesserung und Wiederherstellung von Lebensräumen für Amphibien widmet, insbesondere für gefährdete Arten wie die Gelbbauchunke, den Kammmolch und die Geburtshelferkröte. Auch das LIFE-Projekt „Cricetus“, das sich den Erhalt des Feldhamsters zum Ziel gesetzt hat, wurde präsentiert. Das Projekt „Atlantische Sandlandschaften“ zielt auf die Verbesserung aller Lebensraumtypen und Arten der atlantischen Region in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen ab. Es verfolgt das Ziel, im Rahmen eines länderübergreifenden Ansatzes zur Trendwende beim Verlust der Artenvielfalt und wertvoller Naturräume beizutragen, insbesondere im Hinblick auf das Ziel 1 der EU-Biodiversitätsstrategie bis 2020. Ebenfalls vorgestellt wurde das Projekt „LIBA“, das einen Leitfaden zur unkomplizierten Förderung naturschutzfachlich hochwertiger Blühstreifen entwickelt.

Die Exkursionen führten am ersten Tag unter anderem ins Naturschutzgebiet Schneeberg, wo die Blühversuchsstreifen des LIBA-Projekts besichtigt wurden. Dort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Zusammensetzung des Saatguts und die Pflege der Flächen. Im Finkenhag bei Orsbach wurden die typischen Obstwiesen und die strukturreiche Heckenlandschaft vorgestellt. Gemeinsam bilden sie eine vielfältige Strukturlandschaft, die die Insektenvielfalt fördert und somit Lebensraum für über 20 Vogelarten bietet. Auch die dort zur Beweidung eingesetzten Schafe und ihre Hütehunde konnten beobachtet werden.

In der Hornbacher Börde, zwischen landwirtschaftlich genutzten Flächen, wurde ein zurzeit ausgetrocknetes Flachgewässer besucht, das als Laichhabitat für die Kreuzkröte dient, in unmittelbarer Nähe zu einem Brutgebiet des Kiebitzes.

Am zweiten Tag ging es ins Naturschutzgebiet Indetal, wo eine extensive Dauerbeweidung mit Schottischen Hochlandrindern praktiziert wird. Diese Maßnahme schafft durch Fraß und Tritt eine Mosaiklandschaft aus Wiesen, Gebüsch und Tümpeln, die insbesondere der Gelbbauchunke zugutekommt. Ein zuvor zu Untersuchungszwecken entnommenes Exemplar konnte aus nächster Nähe betrachtet und anschließend wieder am Fundort freigelassen werden. Im NSG Steinbruch wurde ein künstlich angelegtes Flachgewässer besichtigt, das von verschiedenen Amphibienarten wie der Geburtshelferkröte und der Erdkröte sowie ihren Kaulquappen besiedelt ist.

Zum Abschluss führte die Exkursion in den Freyer Wald an der belgischen Grenze. Dort wurden Maßnahmen zur Aufwertung des Waldökosystems vorgestellt, darunter die Entnahme ortsfremder Fichten. Abgerundet wurde das informationsreiche Treffen mit belgischen Pommes und Frikandel in geselliger Runde.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Teammitgliedern der Naturschutzstation NABU Aachen für die ausgezeichnete Organisation.