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7. Newsletter zum LIFE-Projekt „Siegerländer Kultur- und Naturlandschaften“
Juli 2026

36 – 90 – 10.000 – 340.000, was steckt dahinter?

Liebe Projektinteressierte,

im ersten Halbjahr 2026 ist im LIFE-Projekt wieder viel passiert. Neue Flächen konnten dauerhaft für den Naturschutz gesichert werden, die Wiederherstellung artenreicher Weideflächen wurde abgeschlossen, tausende Goldene Scheckenfalter wurden ausgewildert und auch unsere Zielarten entwickeln sich erfreulich. Hier ein Überblick über die wichtigsten Neuigkeiten:

 

Landerwerb und Waldentwicklung

Der Flächenankauf schreitet weiter voran. Mittlerweile konnten wir knapp 29 Hektar auf 198 Flurstücken dauerhaft für den Naturschutz sichern. Damit schaffen wir die Grundlage, wertvolle Lebensräume langfristig zu entwickeln und zu erhalten.

Im Wald geht die ökologische Aufwertung weiter und so konnten bisher 67,6 Hektar ehemaliger Fichtenbestände für ihre Wiederbewaldung mit heimischen Laubbaumarten bepflanzt werden. Dazu wurden etwa 340.000 Bäume wie Rotbuchen, Stiel- und Traubeneichen, Winterlinden oder Schwarzerlen gepflanzt! Die jungen Wälder entwickeln sich bisher sehr erfreulich – erste Kontrollen zeigen bislang nur sehr geringe Ausfälle der Pflanzungen.

Ein weiterer wichtiger Schritt steht ebenfalls bevor: Gemeinsam mit bisher drei Waldgenossenschaften wurden geeignete Bäume ausgewählt, die künftig dauerhaft als sogenannte Biotopbäume erhalten bleiben. Sie bieten Spechten, Fledermäusen, Insekten und vielen weiteren Arten wertvolle Lebensräume.

 

Mehr Platz für seltene Grünlandarten

Ein wichtiger Meilenstein wurde im FFH-Gebiet „Buchheller-Quellgebiet“ erreicht: Die Wiederherstellung des Extensivgrünlands auf fast 36 Hektar ist nun vollständig abgeschlossen. Alle Flächen konnten eingezäunt werden und werden seit diesem Sommer wieder extensiv beweidet. Damit entsteht nach und nach wieder die offene Weidelandschaft, die den Hohen Westerwald über Jahrhunderte geprägt hat.

Zudem konnten im vergangenen Winter verbuschte Flächen im FFH-Gebiet „Weier-Winterbach“ wieder geöffnet werden, um den sensiblen Wiesenarten wieder mehr Lebensraum zu bieten. Zusätzlich wurden 20 Hektar Borstgrasrasen entfilzt und dadurch revitalisiert. Der Erfolg war in diesem Jahr im gesamten „Buchheller-Quellgebiet“ sichtbar: die Arnika blühte so reich wie seit Jahrzehnten nicht mehr!

 

Erfolgreiche Wiederansiedlung des Goldenen Scheckenfalters

Besonders erfreulich verlief auch in diesem Jahr die Nachzucht des Goldenen Scheckenfalters. Rund 15.000 Raupen überstanden den Winter von denen etwa 10.000 Tiere in ihre angestammten Lebensräume entlassen werden konnten. So flogen die Falter in diesem Jahr wieder an zehn verschiedenen Orten in den FFH-Gebieten „Buchheller-Quellgebiet“ und „Bergwiesen Lippe mit Buchheller- und Mischebachtal“, nachdem sie seit 2014 als lokal ausgestorben galten.

Ein wichtiger Baustein hierfür sind sogenannte Wechselbrachen. Auf insgesamt 6,7 Hektar wurden Bereiche geschaffen, die jedes Jahr an anderer Stelle ungemäht oder unbeweidet bleiben, um den Raupen zur Entwicklung, den Faltern zur Eiablage aber auch zahlreichen weiteren Insektenarten wichtige Rückzugsräume zu bieten.

 

Positive Entwicklungen bei unseren Zielarten

Auch das Artenmonitoring liefert gute Nachrichten: Beim Braunkehlchen konnten wir in diesem Jahr erstmals das Projektziel von 90 Brutpaaren erreichen. Besonders erfreulich ist, dass neu geschaffene Offenlandflächen bereits von den Vögeln besiedelt wurden. Auch der Blauschillernde Feuerfalter zeigt weiterhin stabile Bestände. Neben den Kerngebieten um Burbach-Lippe herum, wo an einem Tag über einhundert Falter gesichtet werden konnten, konnte die Art in diesem Jahr sogar wieder im FFH-Gebiet „Weier-Winterbach“ nachgewiesen werden.

Im Wald wurden außerdem erneut die Brutplätze von Rotmilanen und anderen Greifvögeln kontrolliert und mit Kameras ausgestattet. Innerhalb des Vogelschutzgebietes konnten vier Brutpaare des Rotmilans festgestellt werden, zwei weitere brüteten in unmittelbarer Umgebung. Zudem haben wir zwei Mäusebussarde, einen Habicht sowie zweitweise zwei Waldkäuze und einen Wespenbussard durch die Kameras beobachten können.

 

Neue Herausforderungen

Neben den geschilderten Projekterfolgen stehen wir aber auch vor neuen Herausforderungen: Invasive Pflanzenarten, und dabei vor allem die Staudenlupine, breiten sich zunehmend aus und gefährden dadurch wertvolle Lebensräume. Das Problem bei der Staudenlupine ist, dass sie Dominanzbestände bildet und dadurch keinen Platz mehr für andere Pflanzenarten lässt. Zudem bindet sie Stickstoff aus der Luft und düngt so den Boden um sich herum. Dies führt zusätzlich zum Verlust von Pflanzenarten wie Orchideen oder Arnika, die an besonders magere Bedingungen angepasst sind.

Die Staudenlupine wird derzeit bekämpft, indem Einzelindividuen ausgegraben werden und größere Bestände mehrmals im Jahr gemulcht werden. Zudem wird die weitere Ausbreitung überwacht und untersucht. Welche Bekämpfungsmethoden die größte Wirksamkeit zeigen wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Ein Update dazu lesen Sie in unserem nächsten Newsletter im Winter!

 

Ihre Meinung ist uns wichtig – Bewerten Sie unser Projekt!

 

Link: https://tally.so/r/n9a01Y

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